Fachspezialist Sektion Aufsicht Talsperren

Herr über die Schweizer Staumauern

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Rocco Panduri ist als Fachspezialist in der Sektion Aufsicht Talsperren des Bundesamtes für Energie (BFE) tätig. Er ist für die Sicherheitsaufsicht von 35 der rund 200 grossen Stauanlagen in der Schweiz zuständig - vor allem für die Anlagen im Tessin.

«Es gibt viele, die die Verzasca-Staumauer aufgrund des James Bond-Films kennen, persönlich finde ich aber Luzzone, die dritthöchste Staumauer der Schweiz, am imposantesten und schönsten», sagt Rocco Panduri. Er weiss, wovon er spricht. In der Sektion Aufsicht Talsperren des Bundesamts für Energie (BFE) ist Panduri und sein Team für die Sicherheitsaufsicht der rund 200 grossen Schweizer Staumauern, Staudämme und Wehre zuständig.

Aber eigentlich wollte Rocco Panduri Architekt werden. Mit der Zeit habe er festgestellt, dass für die Entstehung eines Bauwerks auch jemand notwendig sei, der alles berechne. So schlug er den Weg als Bauingenieur an der ETH ein. Später habe er sich zudem noch spezialisiert in die Themengebiete der Geotechnik, der Bodendynamik und des Erdbebeningenieurwesens. «In diesem Sinne ist es schon mein Traumberuf - in etwas abgeänderter Art und Weise», fügt Panduri hinzu.

In erster Linie ist die Betreiberin einer Stauanlage für deren Sicherheit verantwortlich. Dies beginnt bereits beim Bau, beinhaltet Nachweise zur Statik und Erdbebensicherheit, zur Ableitung von Hochwasser und beurteilt weitere Gefahren. Auch die Erstellung eines Notfallkonzeptes für den Fall eines drohenden Bruchs einer Mauer ist Aufgabe der Betreiberin. Je nach Stauvolumen sind unterhalb einer Staumauer Sirenen installiert, die bei einer Flutwelle einen Wasseralarm auslösen würden. «Ein solcher Ernstfall ist zum Glück noch nie passiert», erklärt Rocco Panduri.

Ist die Anlage gebaut, ist die Betreiberin gemäss Stauanlagengesetzgebung (revidiert in Kraft seit dem 1.1.2013) dazu verpflichtet, den Betrieb laufend mittels regelmässigen Kontrollen zu überwachen. Jedes Jahr muss durch einen Bauingenieur ein Sicherheitsbericht verfasst werden, bei grossen Stauanlagen sind zusätzliche Expertisen nötig. Am Schluss landen die Ergebnisse via Betreiberin allesamt auf dem Tisch von Rocco Panduri. «Wir sind die Aufsichtsbehörde, prüfen die Berichte und veranlassen gegebenenfalls die Erstellung von zusätzlichen Detailabklärungen oder die Planung von baulichen Massnahmen», erklärt Panduri. Dazu kommen Inspektionen vor Ort. «Zusammen mit der Betreiberin und den involvierten Fachpersonen sorgen wir für die Sicherheit der Bevölkerung unterhalb der Stauanlagen», resümiert der Bauingenieur.

An der Arbeitgeberin Bundesverwaltung schätzt Rocco Panduri die Weiterbildungsmöglichkeiten und die Flexibilität. So arbeitet er pro Woche einen Tag zu Hause: «Home Office ist für mich ideal; die Prüfung eines Berichts lässt sich beispielsweise ganz gut auch zu Hause erledigen. Zudem kann meine Frau dann ebenfalls einen halben Tag arbeiten, während ich die Kinder in die Schule schicke und wieder in Empfang nehme. Das geht gut!»

Die Abwechslung an seiner Arbeit mag Panduri. Einerseits beinhalte diese typische Büroarbeiten, bei einer Inspektion vor Ort andererseits gelange man jedoch an ganz schöne Orte in den Schweizer Alpen. «Wenn man an einem sonnigen Tag oben auf einer Staumauerkrone steht, ist das halt schon speziell», sagt Rocco Panduri zum Schluss.

 

 

Letzte Änderung 19.04.2016

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