Informatikberufe

Die Informatikberufe in der Bundesverwaltung: topmodern und stark diversifiziert

Die Bundesverwaltung als Arbeitgeberin hat insbesondere im Informatikbereich eine grosse Vielfalt an Stellen anzubieten. Ihre Fachstellen versorgen nicht nur die internen Leistungsbezüger, sondern auch externe Unternehmen sowie Privatpersonen mit modernster Technologie. Die Bundesverwaltung ist deshalb regelmässig auf der Suche nach Informatikexpertinnen und –experten aus allen Sprachregionen. Was hat sie ihren zukünftigen Mitarbeitenden zu bieten? Eine Arbeit im Dienste der Schweiz, ein dynamisches Umfeld sowie moderne Anstellungsbedingungen.

Eine sinnstiftende Arbeit

Mehr als 38’000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in der Bundesverwaltung im Auftrag des Bundesrats, verteilt auf die sieben Departemente und die Bundeskanzlei, welche zusammen die Bundesverwaltung bilden. Was ist diesen Personen gemeinsam? Sie alle tragen zum Wohlstand der Schweiz bei. Im Rahmen ihrer Tätigkeit befassen sie sich mit Themen und Dossiers, die Auswirkungen auf den Alltag der Schweizer Bevölkerung haben, sie vertreten die politischen und wirtschaftlichen Interessen der Schweiz im Ausland oder sie setzen sich für die innere Sicherheit ein und bekämpfen die Kriminalität. Welches sind die Aufgaben, die der Informatikbereich erfüllen muss? Drei Fachleute aus der Bundesverwaltung erzählen von ihrer Arbeit.

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Expertinnen und Experten auf dem Gebiet der Bekämpfung der Cyberkriminalität

Die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (MELANI) ist vom Bundesrat beauftragt, die kritischen Infrastrukturen zu schützen. Ihr obliegen die Früherkennung und die Lösung aller Probleme, die im Bereich der IKT-Infrastruktur auftauchen.

MELANI erfüllt eine doppelte Aufgabe. Zum einen schützt sie die Betreiber von nationalen kritischen Infrastrukturen, wie z. B. Banken oder Energieversorger, gegen Cyberkriminalität. Sie bringt Wissen und Mittel ein, die nur ihr als staatlicher Stelle zur Verfügung stehen, insbesondere im Bereich des Nachrichtendienstes sowie bei der Strafverfolgung, damit die Betreiber sich gegen Missbräuche sowie Netz- und Systemunterbrüche schützen und allfällige Schäden begrenzen können. Zum andern unterstützt sie die von Cyberattacken betroffenen KMUs sowie Privatpersonen. Sie tut dies unter anderem, indem sie sehr rasch Phishing-Mails aufspürt, damit die Betreiber von Internet-Zugängen sie blockieren können, noch bevor sie im Posteingang der Userinnen und User auftauchen. Eine weitere Aufgabe von MELANI besteht in der Analyse von Malware und im Verständnis der Motivation dieser Angriffe: Steckt eine kriminelle Organisation oder ein staatlicher Akteur dahinter? Um die Herkunft der Hacker zu eruieren, kann MELANI die Unterstützung des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB) anfordern.

Bei MELANI arbeiten 3 Frauen und 16 Männer, allesamt hochspezialisiert in Cyberkriminalität. Dieses kleine Team steht laut Pascal Lamia, der MELANI seit 2008 leitet, vor grossen Herausforderungen. Er beschreibt sie so: «Unsere grösste Herausforderung ist es, mit der Geschwindigkeit der Entwicklung der Cyberwelt mitzuhalten. Um angemessene Schutzmassnahmen ergreifen zu können, müssen wir die neuen Angriffsmethoden möglichst frühzeitig erkennen. Da es nicht möglich ist, aus unseren Volksvertreterinnen und –vertretern Cyberspezialisten zu machen, müssen wir sie unbedingt regelmässig für Fragen im Zusammenhang mit der Informatiksicherheit sensibilisieren und sie mit den entsprechenden Informationen versorgen». Was macht seine Arbeit so spannend? «Wir werden immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Ausserdem sind wir national wie international sehr stark vernetzt. Uns wird es also nie langweilig!»

Führend auf dem Gebiet der Sicherheit

Im Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) sieht das Umfeld ganz anders aus. Das dort angesiedelte Informatik Service Center (ISC-EJPD) unterstützt rund 35’000 Userinnen und User im In- und Ausland. Dazu gehören das EJPD selbst, aber auch andere Departemente oder die Schweizer Vertretungen auf der ganzen Welt, der Nachrichtendienst des Bundes, die Eidgenössische Zollverwaltung oder die kantonalen Migrationsämter. Allen diesen Kunden ist gemeinsam, dass sie Informatiksysteme benötigen, die höchsten Sicherheitsansprüchen genügen. Das ISC-EJPD ist einer der führenden inländischen Anbieter auf diesem Gebiet.

Was macht das ISC-EJPD genau? Haben Sie zum Beispiel schon einmal online einen neuen Pass oder eine neue Identitätskarte bestellt? Wenn ja, haben Sie sicher festgestellt, dass das ganz einfach geht. Sogar die Erfassung der biometrischen Daten können Sie online vornehmen, ohne beim Passbüro lange Schlange stehen zu müssen. Doch wie werden diese Anwendungen entwickelt? Und was steckt hinter dem simplen Klick auf den Befehl «ein Dokument bestellen»?

Sämtliche Prozesse rund um die Entwicklung der Anwendungen werden von Samuel Rouiller, Senior ICT Software Engineer und stellvertretender Chef des Bereichs Qualitäts- und Testmanagement, überwacht; angefangen bei der Erstellung eines Bedarfskatalogs bis zu den Endkontrollen. Hierbei gilt es eine Vielzahl von Aspekten zu berücksichtigen: Die Anwendungen müssen sehr benutzerfreundlich und auch leistungsstark sein, und zwar in normalen wie auch zu Spitzenzeiten, bspw. vor den Sommerferien; vor allem aber müssen sie unbedingt so konzipiert sein, dass sie jeglichem Cyber-Angriff standhalten und Datenlecks verhindern können.

Anja Jentsch, ICT Configuration Managerin in der Sektion Betrieb und Support, ist mit der Visualisierung der Infrastruktur betraut, auf deren Grundlage die Anwendung für den Versand der Pässe an die Bürgerinnen und Bürger funktioniert. Zur Erstellung dieses Inventars scannt sie alle Bestandteile der Anwendung ein, namentlich die Server und die Switches. Angezeigt werden diese auf einer detaillierten Karte, die Anja Jentsch wertvolle Hinweise liefert, wenn es zum Beispiel zu einer Panne kommt und sie wissen muss, wo der Fehler zu suchen ist. Die Karte verschafft ihr auch einen Überblick über sämtliche Elemente, die im Falle von Änderungen zu berücksichtigen sind, damit diese durchgeführt werden können, ohne dass die Kundschaft etwas davon bemerkt.

Welche Vorteile bietet eine Anstellung bei einem der Informatikdienste der Bundesverwaltung? «Mir passt die Kombination von sicherer Arbeitsstelle und sehr dynamischen Arbeitsmethoden in einer Umgebung, die vergleichbar ist mit denjenigen, die ich zuvor in einigen KMU antraf», hält Samuel Rouiller fest. Und: «Es gibt immer noch Leute, die eine verzerrte Vorstellung von den Arbeitsbedingungen in der Bundesverwaltung haben und meinen, diese sei statisch und langweilig. Was in Einzelfällen stimmen mag, gilt ganz bestimmt nicht für die ganze Bundesverwaltung. Als Mitarbeitende der Bundesverwaltung sind wir alle verantwortlich dafür, einen hochwertigen Service public zu konkurrenzfähigen Kosten zu erbringen und dies in unserem Umfeld bekannt zu machen».  

Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben

Die Bundesverwaltung sieht es als eine ihrer Prioritäten an, ihren Angestellten flexible Arbeitsformen anzubieten. Wie steht es konkret damit? Die drei befragten Fachleute anerkennen, dass es zahlreiche Möglichkeiten gibt, doch müssen diese mit den direkten Vorgesetzten abgesprochen werden, sei es für Teilzeitarbeit, Homeoffice oder Jobsharing. Pascal Lamia hält fest: «Viele von uns machen einen Tag pro Woche Homeoffice oder arbeiten Teilzeit, um ihre Partnerinnen und Partner zuhause zu unterstützen. Und da wir viel unterwegs sind, sind mobile Arbeitsformen für uns eine Selbstverständlichkeit».

Die gesuchten Profile

Die Beispiele von MELANI und ISC-EJPD zeigen, dass es kein typisches Profil für Informatikerinnen und Informatiker gibt; je nach Dienstbereich sind die Kompetenzanforderungen ziemlich unterschiedlich. Während bei MELANI atypische und nicht-informatikbezogene Profile sehr geschätzt werden, braucht das ISC-EJPD eher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem vertieften spezialisierten Fachwissen. Ein ausgeprägtes Interesse für Technologie sowie grundlegende Informatikkenntnisse sind hingegen auf jeden Fall Voraussetzung.

Ein zusätzlicher wichtiger Punkt ist die ausdrückliche Absicht der Bundesverwaltung, in den technischen Bereichen mehr Frauen und mehr Französisch- und Italienischsprachige zu rekrutieren. Diese Berufe sind nicht mehr das Privileg der Informatikbegeisterten oder «Nerds». So sieht es auch Anja Jentsch: «Die heutige Informatik umfasst viele Anwendungsbereiche und bietet fast allen eine Betätigungsmöglichkeit. Die spezifischen Kenntnisse kann man sich oftmals on-the-Job oder mit Zusatzausbildungen aneignen».

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Letzte Änderung 14.09.2018

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