Wenn der Arbeitsort in den Hintergrund tritt

Kommunikation EPA | 16.12.2020
Symbolbild Flexibles Arbeiten
©Shutterstock

Die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie bestärken die Bundesverwaltung auf ihrem Weg hin zu mehr Flexibilität bei den Arbeitsformen. Eine Entwicklung von der die Mitarbeitenden genauso wie die Arbeitgeberin profitieren.

Während die Bevölkerung dazu angehalten ist, ihre Mobilität möglichst einzuschränken, bewegt sich die Arbeitswelt gerade in Sieben-Meilen-Stiefeln. Digitale und flexible Arbeitsformen haben einen mächtigen Schub erfahren. Corona hat auch die Mitarbeitenden der Bundesverwaltung grösstenteils ins Home-Office versetzt. Was vor einem Jahr eher die Ausnahme war, ist nun für viele Alltag geworden.

Home-Office auf dem Prüfstand

Vielleicht die wichtigste Erkenntnis aus der Krise: Die Bundesverwaltung «funktioniert» auch, wenn wir nicht in den Büroräumlichkeiten arbeiten können. Bereits vor Corona waren flexible Arbeitsformen zu einem wichtigen Thema der Arbeitgeberin Bundesverwaltung geworden. Als es im Frühjahr schnell gehen musste, waren die technischen Voraussetzungen für sichere und effiziente Telearbeit bereits vorhanden. Die Ausnahmesituation, die wir seit bald einem Jahr erleben, erweist sich nun als Härtetest. Es hat sich gezeigt, dass räumliche und zeitliche Flexibilität keine Hypothek für gute Arbeit ist: Der Ort tritt in den Hintergrund, die Aufgabenerfüllung in den Vordergrund.

Wenn unnötiges Pendeln wegfällt und die Tagesstruktur weitgehend individuell gestaltet werden kann, trägt dies viel zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben bei. Andererseits ist es noch wichtiger, dass die Arbeitsabläufe in den Teams gut aufeinander abgestimmt sind und der Austausch intensiv gepflegt wird. Auch werden andere Anforderungen an die Führung gestellt. Unter dem Strich profitieren Mitarbeitende ebenso wie die Arbeitgeberin. Zudem werden die Verkehrsträger entlastet, wodurch die Umwelt geschont wird. Das Bewusstsein für diese Vorteile konnte in den letzten Monaten geschärft werden.

Flexible Arbeitsformen werden weiterentwickelt

Der Bundesrat hat deshalb das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) beauftragt, neue Rahmenbedingungen für flexible Arbeitsformen in der Bundesverwaltung zu erarbeiten. Damit gemeint ist weit mehr als Home-Office. Es geht generell um mobiles, orts- und teilweise zeitunabhängiges Arbeiten. Dazu braucht es eine ganzheitliche Betrachtungsweise, welche die Themenbereiche Personalrecht, Arbeitsorte und Gebäudekonzepte, IT-Ausstattung und Datensicherheit sowie die Unternehmens- und Führungskultur miteinbezieht.

Der Weg in die neue Arbeitswelt kann auch Ängste oder Zweifel hervorrufen, denn Digitalisierung und flexible Arbeitsformen erfordern neue Kompetenzen und Arbeitsweisen sowie viel Selbstdisziplin. Die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mitarbeitenden müssen deshalb bei der Ausgestaltung der Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Über einen konkreten Vorschlag soll der Bundesrat spätestens im Frühjahr 2021 entscheiden.

«Es braucht ein neues Führungsverständnis»

https://www.stelle.admin.ch/content/stelle/de/home/im-fokus/geschichten-und-standpunkte/flexible-arbeitsformen.html