Brussels Calling

(Seulement disponible en allemand)

Sarah Daepp-01

Es gibt hier in Brüssel ein paar Vorurteile über die Stadt und die EU. So macht man sich lustig darüber, dass es in Brüssel immer regne und dass die belgische Schokolade besser sei als jene aus der Schweiz. Über die EU hört man, dass die Administration gross und träge sei und dass die halbe Stadt lahm liege, wenn ein politisches Schwergewicht eintreffe. Nun ja, die Stadt liegt grösstenteils lahm, wenn Obama kommt, aber das ist ja in Bern nicht anders. Brüssel und vor allem die EU-Institutionen sind aber viel mehr. Es ist eine beeindruckende Administration und es ist faszinierend, einen Einblick darin zu bekommen.

Wie kommt man nun als Schweizerin mit Uniabschluss in Englischer Literatur und Linguistik und Sport ausgerechnet zur Europäische Kommission? Ich hatte nach meinem Studium ein Leonardo-da-Vinci-Praktikum gemacht bei SwissCore, dem Schweizer Verbindungsbüro in Brüssel. Dort hat mich die Thematik der Bildungs-, Forschungs- und Innovationskooperation so begeistert, dass ich bis heute am Thema hängen geblieben bin. Heute arbeite ich beim Staatssekretariat für Bildung Forschung und Innovation SBFI.

Da ich in meiner täglichen Arbeit eng mit der Europäischen Kommission zusammenarbeite, nutze ich zurzeit die Chance, in Brüssel ein Praktikum zu machen als sogenannte „entsandte Nationale Expertin zu Ausbildungszwecken“. Das heisst, ich arbeite an der Kommission als Mitarbeiterin für vier Monate mit. Dadurch erhalte ich einen einzigartigen Einblick in deren Inhalte und Prozesse.

Für mich ist die ganze Sache umso spannender, weil Europa durch die Finanzkrise auf das Modell der dualen Berufsbildung aufmerksam wurde. Länder mit einer dualen Ausbildung, wie sie die Schweiz hat, haben eine merklich tiefere Jugendarbeitslosenquote, und die Absolventen und Absolventinnen einer beruflichen Ausbildung finden schneller eine Anstellung als andere. Das interessiert natürlich auch andere Länder, die mit teilweise hohen Jugendarbeitslosenquoten zu kämpfen haben.

So, das war ein erster Vorgeschmack auf meine Arbeit hier, ich halte euch auf dem Laufenden!

Und die Schokolade in Brüssel? Ja, die ist wirklich gut, wobei man anmerken muss, dass der beste Chocolatier hier auf Platz, nämlich Neuhaus, ein ausgewanderter Schweizer ist.

Dernière modification 22.04.2016

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